Etschquelle

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An der Etschquelle in Reschen
An der Etschquelle in Reschen
Blick von der Etschquelle auf Reschen und den Reschensee
Blick von der Etschquelle auf Reschen und den Reschensee

Die Etschquelle und der Bunker 20

Die Etschquelle lohnt aus mehreren Gründen für einen Ausflug. Bei unserer Planung haben wir die Etschquelle in Reschen entdeckt und wollten den Ursprung der Etsch besuchen. Schließlich ist die Etsch mit 415 Kilometern der zweitlängste Fluß in Italien. Als wir dann vor Ort gewesen sind, haben wir entdeckt, dass sich neben der Etschquelle noch ein weiterer sehenswerter Ort versteckt, der Bunker 20. Dabei handelt sich um einen Bunker, der Teil des Alpenwalls ist. Er ist der einzige renovierte Bunker am Reschen und im Rahmen einer Führung zugänglich. Der Bunker 20 hängt mit der Etschquelle zusammen: Damit die Soldaten im Falle der Belagerung Wasser zum Überleben gehabt hätten, wurde von der Etschquelle Wasser in den Bunker geleitet.

Wo ist die Etschquelle?

Über den Reschenpass fährst du in den Ort Reschen. Dort haben wir unseren Ausflug zur Etsch gestartet. Am Sportplatz oberhalb des Ortszentrums ist ein Parkplatz (kostenlos). Hier der Link zur Google Karte. Wenn du nicht in Reschen wohnst, ist das der perfekte Ausgangspunkt. Solltest du Urlaub in einer Ferienwohnung oder einem Hotel in Reschen wohnen, kannst du das Auto stehenlassen und zu Fuß hierher kommen. Du erreichst den Ausgangspunkt schnell zu Fuß.

Etschquelle Wanderung

Am Sportplatz Parkplatz beginnt die Etschquelle Wanderung – naja, es ist eher ein Spaziergang. Insgesamt ist es ein rund 20 minütiger Rundweg, der durch den Wald zur Etschquelle führt. Auf der Strecke kommst du beim Bunker 20 vorbei. Zuerst erreichst du den Eingang, danach siehst du neben dem Wandersteig die Schießscharten in den Felsen. Dahinter ist der Ursprung der Etsch. Relativ unscheinbar fließt das Wasser aus dem Waldboden heraus. Scheinbar soll sich das Wasser der Etsch im Berg in Form von Eis gespeichert haben. Über eine hölzerne Rinne wird das Wasser nach außen geführt. Es hat Trinkwasserqualität. Wenn du etwas Zeit hast, kannst du am Etschursprung verweilen. Es wurde ein Aussichtsbalkon geschaffen, von dem du auf den Ort Reschen und den Reschensee schauen kannst. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen (oder für ein Picknick) ein. Vom Rastplatz führt der Rundweg zurück zum Ausgangspunkt.

Interessant zu wissen:
Die Etsch entspringt auf rund 1550 Metern über dem Meer. Auf 415 Kilometer fließt sie diese Höhe hinunter zur Adria. Am Reschen befindet sich die Wasserscheide. Wäre die Quelle nur wenige Meter weiter nördlich, würde das Wasser nicht in die Adria, sondern zur Donau und ins Schwarze Meer fließen.

Bunkerführung durch den Bunker 20

Der Bunker 20 von außen und von innen - bei der Bunkerführung
Der Bunker 20 von außen und von innen – bei der Bunkerführung
Der größte Raum im Bunker 20
Der größte Raum im Bunker 20

Von außen kannst du einen Eindruck vom Bunker 20 bekommen. Das Innere ist nur im Rahmen einer Führung sichtbar. Der Bunker ist Teil des italienischen Verteidigungswalls. Er kam nie zum Einsatz. Wir waren drin und haben uns die rund 450 Quadratmeter Fläche angeschaut. Durch das Eingangstor geht es ein einen verwinkelten Gang – damit die Angreifer nicht direkt in den Bunker schießen konnten. Rund 270 Meter Gänge wurden in den Felsen gegraben. Zahlreiche Schießscharten wurden angelegt und mit Beton gebaut. Im Kriegsfall hätten die Soldaten hier schlafen und leben können. Es gab Wasser der Etsch. Ein Raum mit Betten ist bei der Führung zu sehen. Auf Schautafeln bekommst du die geschichtlichen Daten und weitere Details zum Alpenwall. Wir fanden die Führung spannend, auch wenn allein der Gedanke an den geschichtlichen Hintergrund sehr beklemmend ist. Die Führungen finden im Sommer jeden Freitag um 15 Uhr statt (5 Euro für Erwachsene, 2,5 Euro für Kinder). Dauer der Führung rund 1,5 Stunden. Unbedingt warm anziehen, es hat 8 Grad Celsius im Bunker! Die Anmeldung ist beim Tourismusbüro Reschen möglich. Zusätzliche Führungen gibt es auf Anfrage.

Panzersperre Plamort

Oberhalb der Etschquelle und des Bunker 20 befindet sich die Panzersperre Plamort. Auf einem Hochplateau in über 2000 Meter Seehöhe sollten etwaige Panzer aufgehalten werden. Dafür wurde extra eine 500 Meter lange Panzersperre betoniert, mit stählernen Kappen. Die Einheimischen nennen sie liebevoll Drachenzähne. Es wäre ein weiterer sehenswerter Ort. Uns hat die Zeit dafür nicht mehr gereicht. Wir haben jedoch die Beschilderung hier unten gefunden und wollten deswegen diesen Hinweis noch geben. Sicherlich sehenswert in historischer Hinsicht und aufgrund der tollen Natur des Hochmoores.

Weiterführende Links

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