Reschensee Kirchturm

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Der bekannte Reschensee Kirchturm im See

Der Reschensee Kirchturm ist eines der bekanntesten Fotomotive der Alpen. Der markante Kirchturm im See zieht aufgrund der Einzigartigkeit die Blicke auf sich – selbst die Durchreisenden auf dem Reschenpass zücken den Foto für ein schnelles Bild. Zahlreiche Besucher kommen extra für einen Ausflug zum Kirchturm im See. Wir waren auch hier und zeigen dir anhand unserer Erlebnisse, wie du zum bekannten Reschensee Kirchturm kommst, wo du parken kannst und was sonst wissenswert ist.

Die Geschichte vom Reschensee Kirchturm

Während anderswo in den Alpen gezielt Sehenswürdigkeiten und Fotospots gebaut werden, ist der Kirchturm im See eine natürlich entstandene Sehenswürdigkeit. Oder wie soll man diesen traurigen Umstand beschreiben? Eigentlich war an der Stelle rund um den Kirchturm das frühere Dorf Graun. Der Kirchturm samt Kirche und Friedhof war fester Bestandteil des Orts. Bevor 1950 der heutige Reschensee durch Flutung entstand, mußten alle Bewohner das Dorf verlassen. Die Häuser wurden gesprengt, auch die Kirche. Nur der Kirchturm blieb übrig. Das hatte einen einfachen Grund: Er steht unter Denkmalschutz. Er ist bereits 1357 eingeweiht worden. Deshalb wurde er weder abgerissen noch gesprenkt. Seitdem ist er Mahnmal, Denkmal und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit am Reschensee.

Wo ist der Kirchturm im See?

Du erreichst den Reschensee Kirchturm ganz leicht und komfortabel mit dem Auto. Wenn du über den Reschenpass fährst und der Straße entang des Sees zwischen Reschen am See und Graun im Vinschgau folgst, kommst du ohne Umweg am Kirchturm im See vorbei. Direkt an der Straße ist ein Parkplatz, wo du für deinen Fotostopp halten kannst. Der Parkplatz ist kostenpflichtig. Willst du mehr darüber erfahren, incl. Karte für die Planung deiner Anreise? Dann klick hier zum Beitrag über den Reschensee Parkplatz:
–> Reschensee Parkplatz

Der Alt-Grauner Kirchturm St. Katharina

Wenn du am Parkplatz stehst, hast du bereits einen Blick auf den Reschensee Kirchturm im See. Genau genommen ist es nicht der Reschensee Kirchturm, sondern der Alt-Grauner Kirchturm St. Katharina. Seit der Flutung 1950 steht er im Wasser. Das hat dem Turm übrigens so zugesetzt, dass rund 60 Jahre nach der Stausee-Flutung der Kirchturm saniert wurde. Das Dach wurde erneuert und die ehemaligen Zifferblätter renoviert. Zudem wurde das Fundament des historischen Kirchturms mit Beton verstärkt. Das Wasser und der ständig schwankende Wasserstand setzen dem Fundament zu. Damit ein Mindestmaß an Wasser immer den Fuß des Kirchturms bedeckt, wurde der Bereich rund um St. Katharina mit einem zusätzlichen Damm vom restlichen See abgetrennt. So soll sichergestellt werden, dass der Turm auch für folgende Generationen noch sichtbar ist.

Das solltest du dort tun

Spaziergang rund um den Turm – nur bei Niedrigwasser

Bei Niedrigwasser kannst rund um den Kirchturm im See spazieren. Am Ufer führt ein breiter Spazierweg entlang. Von hier bieten sich viele Fotomotive. Es gibt Aussichtskanzeln und Möglichkeiten zum Sitzen. Dieser Bereich ist immer erreichbar. Nur bei Niedrigwasser kannst vom Uferweg an den See hinabsteigen und über den Staudammweg einmal rund um den Kirchturm spazieren. Links und rechts vom Staudammweg steht das Wasser des Reschensees, das nur über einen kleinen Zufluß in das kleine Kirchturm Staubecken fließen kann. Der Zufluß ist mit einer Holzbrücke überquerbar.

Der neue Friedhof

Mit dem Aufstauen des Sees wurde auch der ehemalige Friedhof von Alt-Graun geflutet. Bevor dies geschah, wurden die Gräber von Alt Graun verlegt. Sie haben einen Platz auf dem neuen Friedhof von Graun gefunden. Dieser ist auf einer kleinen Anhöhe, neben dem Kirchturm im See. Die Exhumierung der Verstorbenen war anfangs gar nicht vorgesehen. Der Stromkonzern wollte den ehemaligen Friedhof vor der Flutung mit einer Betonschicht bedecken. Erst die massiven Widerstände der Bevölkerung konnte das verhindern. Unvorstellbare Zustände, die gar nicht so lange zurück liegen. Schau dir den Friedhof mit den historischen Grabmälern einmal an. Über einen breiten Weg kannst du in wenigen Minuten vom Parkplatz dorthin gelangen.

Aussichtspunkt St. Anna in Graun

Oberhalb des neuen Friedhofs steht die Kirche St. Anna in Graun. Von hier siehst du auf den Ort Graun. Er wurde komplett neu gebaut, um den Einwohnern von Alt Graun eine neue Heimat zu bieten. Auf der anderen Seite der Kirche hast du einen guten Ausblick auf den Kirchturm im See. Ich fand diesen Blick schön, weil es nicht die übliche Instagram Perspektive ist. Am stimmungsvollsten ist es hier oben wohl bei Sonnenuntergang.

Die häufigsten Fragen

Wo steht die versunkene Kirche?

Die versunkene Kirche steht im Reschensee. Du findest sie unterhalb von Graun, direkt an der Reschenstrasse, die von Tirol nach Sdütirol führt.

Wo ist der Kirchturm im See in Deutschland?

Es gibt keinen Kirchturm im See in Deutschland. Der einzige Kirchturm im See befindet sich in Südtirol im Reschensee. Bei den Stauseen in Deutschland wurden zwar auch Dörfer geflutet, aber kein Kirchturm ragt aus dem Wasser. Immer wieder taucht die Geschichte auf, dass man im Sylvensteinsee in Bayern bei Neidrigwasser einen Kirchturm sehen kann. Das ist aber schlichtweg falsch.

Warum steht der Kirchturm im Wasser?

Der historische Kirchturm St. Katharina von Alt-Graun ist das Relikt des ehemaligen Dorfes Graun. Als der Reschensee geflutet wurde, versank das gesamte Dorf im Wasser. Die Häuser wurden gesprenkt, nur der Kirchturm blieb aus Denkmalschutzgründen erhalten. Hier die Details über den Reschensee und die Flutung.

Weiterführende Links & Tipps

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