Reschensee

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Der Reschensee im Sommer – mit der schönen Landschaft in Südtirol

Türkisgrüner Reschensee mit unrühmlicher Vergangenheit

Der Reschensee, auch bekannt als Lago di Resia, ist ein markanter Stausee im Vinschgau, einer Region in Südtirol, Italien. Er befindet sich südlich des Reschenpasses im Vinschger Oberland, dem höchstgelegenen Abschnitt des Etschtals.

Wenn wir heute am Reschensee entlang fahren, wandern oder einfach nur am Ufer stehen und über die Wasseroberfläche schauen, sehen wir einen Bergsee mit Wasser, das in der Sonne wunderbar türkisgrün schimmert. Im Winter legt sich eine Winterlandschaft aus Eis und Schnee über den Reschensee. So idyllisch der See auch wirken kann, so dreckig ist die Entstehung des Stausees. Es ist wohl eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte in Südtirol. Deswegen möchte wir hier einige Informationen darüber veröffentlichen. Natürlich dürfen aber wie gewohnt unsere Reiseblogger Tipps nicht zu kurz kommen. Nach unserem Urlaub am Reschensee stellen wir dir den größten See in Südtirol vor – und was sich alles lohnt. So bist du für deinen Ausflug bestens informiert. Wenn du diesen Beitrag auf italienisch lesen möchtest: Hier der Link zum Lago di Resia.

Beschreibung: Der Reschensee erstreckt sich über eine Fläche von etwa 6,77 Quadratkilometern und erreicht eine maximale Tiefe von 28 Metern. Er wurde in den Jahren 1947 bis 1949 durch einen Erdschüttdamm erbaut und hat eine Stauhöhe von 32,5 Metern über der Talsohle. Die Höhe der Bauwerkskrone liegt bei 1501,01 Metern über dem Meeresspiegel. Der See wird von verschiedenen Zuflüssen gespeist, darunter die Etsch, der Rojenbach und der Karlinbach.

Stromerzeugung: Der Reschensee ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern erfüllt auch eine wichtige Funktion in der Energieerzeugung. Das Wasser aus dem See wird über einen zwölf Kilometer langen Druckstollen zu einem Kavernenkraftwerk bei Schluderns geleitet. Dort treibt es Peltonturbinen an, die Generatoren mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt antreiben. Die mittlere Jahreserzeugung elektrischer Energie beträgt etwa 250 Gigawattstunden.

Geschichte: Die Geschichte des Reschensees ist eng mit den Plänen zur Nutzung der Wasserkraft verbunden. Bereits ab 1911 wurden erste Studien zur Wasserkraftnutzung im Vinschgau durchgeführt. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zuge der Seestauung wurden das Dorf Graun und ein Großteil des Dorfes Reschen überflutet. Der Kirchturm von Alt-Graun ist heute ein bekanntes Wahrzeichen, das aus dem Wasser ragt und an die überfluteten Siedlungen erinnert.

Sport und Freizeit: Der Reschensee bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Eine Wander-, Nordic-Walking- und Laufstrecke führt rund um den See. Der See selbst ist ein Angelrevier für verschiedene Fischarten. Die Region um den See ist im Winter ein beliebtes Skigebiet, das von der Talstation der Sechser-Gondel zum Skigebiet Schöneben aus zugänglich ist. Die hohen Windstärken machen den See auch zu einem Anziehungspunkt für Kite-Surfer, Eissegler, Snowkiter und Eissurfer.

Der Kirchturm von Alt-Graun: Der im See stehende Kirchturm des untergegangenen Dorfes Graun ist das markanteste Wahrzeichen des Reschensees. Der Turm gehört zur ehemaligen Pfarrkirche St. Katharina, die im Jahr 1357 eingeweiht wurde. Er blieb trotz der Überflutung des Dorfes Graun und des Mittersees durch die Stauung des Reschensees erhalten. Der Turm wurde restauriert und saniert, und sein Anblick bei hohem und niedrigem Wasserstand fasziniert Besucher.

GUT ZU WISSEN
Manchmal wird der Sylvensteinsee mit einem versunkenen Dorf samt Kirchturm in Verbindung gebracht. Das ist jedoch nicht richtig. Im Sylvensteinsee liegt zwar ein versunkenes Dorf, jedoch gibt es keinen Kirchturm. Als vor einigen Jahren der See für Reparaturarbeiten an der Staumauer abgelassen wurde, kamen nur noch einzelne Häuserreste zum Vorschein. Weit und breit kein Kirchturm.

Graun – das versunkene Dorf im Reschensee

Bevor der heutige Reschensee als Stausee entstand, waren an dieser Stelle drei natürliche Seen. Der ursprüngliche Reschensee war der Größte. Neben ihm gab es den Graunersee (auch Mittersee genannt) und den Haidersee (für seinen Fischreichtum bekannt). Rund um diese drei Seen im Vinschgau waren Wiesen und Äcker. Es war ein Hochplateau auf dem die Bauern mit ihrer Viehwirtschaft und dem Getreideanbau lebten. Sie hatten in den Orten Reschen und Graun ihre Höfe. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Südtirol im Jahre 1919 Italien zu. Bereits 1920 gab es die ersten Ansuchen, um die Errichtung von zusätzlichen Elektrizitätswerken. Es ging um die Nutzung des Wassers der Seen zur Erzeugung von Strom. Die Firma Montecatini aus Mailand plante den Bau eines Stausees samt Errichtung eines Staudamms am Reschen Hochplateau, um genügend Wasser für ein Wasserkraftwerk aufstauen zu können. Die Art und Weise wie die Genehmigung und der Bau des Stausees vonstatten gingen, spottet jeglicher Form von Gerechtigkeit. Das war nur durch die damalige italienische Diktatur möglich. Mit dem Bau des Stausees wurde der Wasserspiegel angehoben – mit den fatalen Folgen, dass die historischen Dörfer Reschen und Graun in den Fluten versanken.
–> versunkenes Dorf Reschensee

Der Reschensee heute

Aufgrund dieser Vergangenheit tun sich die ehemaligen Bewohner rund um den heutigen Reschensee sehr schwer, dem See etwas Positives abzugewinnen. Sie verbinden ihn eher mit dem Verlust der Vergangenheit, als mit den Chancen der Zukunft. Reisende mag das verblüffen. Sie staunen über die Schönheit des Sees, wenn sich die Sonne in den Wellen spiegelt. Uns ging es genauso, bis wir uns eingehender mit der Geschichte beschäftigt haben. Ändern können wir an dem damaligen Unrecht nichts. Deswegen möchten wir den nun den Blick auf das werfen, was heute am Reschensee schön ist. Durch die ungerechte Flutung entstand eine besondere Sehenswürdigkeit:

Der Kirchturm im See

Als der Stausee geflutet wurde, wurden die Häuser von Alt-Graun gesprengt. Auch die Kirche wurde zerstört. Der Kirchturm St. Katharina blieb jedoch stehen. Und so ist heute der Kirchturm im See ist die größte Sehenswürdigkeit am Reschensee und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Alpen. Nirgendwo sonst steht ein Kirchturm im See. Deswegen besuchen viele den außergewöhnlichen Reschensee Kirchturm. Zusätzlich stoppen zahlreichende Reisende an diesem besonderen Denkmal, weil es bei der Fahrt über den Reschenpass an der Strecke liegt. Hier alle Infos, wie du am besten dort hin kommst, wie es mit dem Parken ist und was du alles anschauen solltest. Interessant fanden wir auch, dass das gesamte Dorf in den Fluten versank, samt Kirche – aber der Kirchturm stehengeblieben ist. Warum? Man hätte ihn ja auch sprengen können. Du erfährst in diesem Beitrag auch, warum der Kirchturm damals nicht gesprengt wurde:
–> Kirchturm im See

Reschensee Seerunde

Rund um den Reschensee verläuft ein Weg. Er ist durchwegs für Wanderer und Radfahrer erschlossen. Auf rund 15 Kilometern kommst du einmal um den gesamten See herum. Der Weg ist größtenteils eben – am Ostufer komplett, am Westufer sind kleinere Steigungen zu bewältigen. Mit insgesamt rund 100 Höhenmeter hält sich die Anstrenung bei der Seeumrundung in Grenzen. Wenn du einmal hier bist, solltest du den Rundweg einplanen. Uns hat die Tour um den See in Südtirol extrem gut gefallen. Wir haben die Tour mit dem Fahrrad gemacht, gleich wie damals am Hallstätter See. So läßt sich unserer Meinung die Gegend am besten erkunden. Es gibt bei der Reschensee Rundtour viel zu sehen und die Landschaft der umgebenden Berge ist wunderbar zu anzuschauen. Wir würden diese Rundtour wieder mit dem Fahrrad fahren. Du kannst aber auch die Wanderung planen, je nachdem was dir besser liegt. Schau hier unsere Beschreibung und die Bilder:
–> Reschensee Rundweg

Mit Kite und Segel über´s Wasser

Die Windverhältnisse am Reschensee sind fabelhaft für Wassersport mit Segel. Angeblich soll es nirgendwo sonst in Südtirol so gute Windverhältnisse in Kombination mit einem See geben. Sogar europaweit nimmt die Kiteszene vom Reschensee Notiz. Das führte dazu, daß 2020 eine eigene Kitestation errichtet wurde. Wir haben sie bei unserer Rundtour um den See gesehen. Sie liegt auf einer Landzunge bei Graun. Du kannst dort Kitekurse haben – Anfänger sind ebenso willkommen wie Fortgeschrittene. Am Festland finden die Trockenübungen der Kiteschulen statt, bevor es ins Wasser zum Kiten geht. Wenn du Kitesurfen lernen willst, hast du hier professionelle Vorraussetzungen.

Mit dem Boot auf dem Reschensee

So verlockend das Kitesurfen ausgesehen hat, so kühl war es bei unserem Reschensee Urlaub. Deshalb haben wir das Tretboot dem Kiteboard vorgezogen. Am Ufer in Reschen gibt es einen Tretbootverleih. Lass dich nicht beirren – wir waren anfangs etwas ratlos: Das Büro bei den Tretbooten ist nicht immer besetzt. Sollte gerade niemand da sein, einfach unter der dort angegebenen Nummer anrufen. Das haben wir auch gemacht. Für alle die mit dem Reschensee Schiff fahren möchten: Alternativ zu den Tretbooten zum Selbstfahren gibt es noch ein größeres Schiff, das mit Besatzung über den See fährt und Gäste befördert. Als wir dort gewesen sind, war gerade Niedrigwasser, weshalb die Schiffahrt ruhen mußte. Aber vielleicht geht es ja, wenn du hierher kommst.

Darf man im Reschensee schwimmen?

Ja, du darfst im Reschensee schwimmen. Jedoch ist das Badevergnügen nur für all jene zu empfehlen, denen kalte Wassertemperaturen beim Schwimmen nichts ausmachen. Die Reschensee Wassertemperatur bleibt selbst an heißen Sommertagen unter 20 Grad Celsius. Kiter berichten, dass sie im Sommer kaum 16 Grad gemessen haben. Sobald du dich ins kalte Wasser getraut hast, erlebst du ein besonderes Bergbad mit einmaligem Bergpanorama. Gelegenheiten ans Wasser zu kommen hast du rund um den See. Wir haben bei unserer Rundtour immer wieder mal ein nettes Plätzchen entdeckt, wo man direkt ans Wasser konnte. Das ist der riesige Vorteil des Reschensees – er ist nicht mit Häusern verbaut, wie das vielfach an den Seen in Oberbayern ist.

Reschensee ohne Wasser 2021

Im Jahr 2021 war der Reschensee ohne Wasser. Wegen Instandhaltungsarbeiten am Stausee mußte das Wasser weitgehend abgelassen werden. So kam das versunkene Dorf für einige Wochen ans Tageslicht. Zu sehen waren einige Mauerreste der alten Häuser, vereinzelte Stufen und Betontrümmer. Sie sind im Laufe der Jahre mit einer Schlammschicht überzogen worden, die das Wasser aus den Bergen in den See spült. Mittlerweile ist der See wieder geflutet. Der Wasserstand im See verändert sich übrigens öfter, wenn auch nicht so extrem wie 2021.. Über den Sommer hin wird im Regelfall das Wasser überdurchschnittlich gespeichert. Den Wasserhöchstand sieht man normalerweise im Herbst. Der Grund: In den Winterwochen wird der Strom am ehesten gebraucht und mit dem Wasser wird er gespeichert. Je mehr Wasser im Spätherbst im See ist, desto mehr Strom kann in den Wintermonaten im Kraftwerk beim Ablassen erzeugt werden.

Reschensee Sehenswürdigkeiten

Die Seen am Plateau sind die größten Reschensee Sehenswürdigkeiten. Den Kirchturm darfst du natürlich nicht verpassen. Außerdem empfehlen wir dir einen Blick in die Seitentäler. Davon waren wir überrascht, die Seitentäler hatten wir nicht mit dieser Schönheit auf den Schirm. Wir haben uns anfangs mehr auf den Reschensee an sich konzentriert. Dabei sind die Bergtäler traumhafte Naturparadiese: Das Rojental ist wunderbar zum Wandern. Uns hat das Langtauferer Tal außerordentlich gut gefallen. Es zieht sich vom See bis zum Gletscher. Die Besonderheit: Du kannst auf einer technisch relativ leichten Wanderung bis zum Gletscherabbruch spazieren. Mit etwas Glück gibt es dort eine Gletscherbrücke zu bestaunen. Lohnend ist in Reschen der Abstecher bei der Etschquelle. Dort findest du auch einen der Bunker. Der Bunker 20 ist im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Oberhalb vom Bunker 20 erreichst du weitere Bunker bei einer Wanderung zur Panzersperre Plamort. Schau dir dort unbedingt die Panzersperre an. Das ist einmalig. Außerdem haben wir auf dem Weg entlang des Reschenpasses weitere Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung entdeckt, wie zum Beispiel die Burg Altfinstermünz.

Wissenswert über den Reschensee

Der Reschensee, auf italienisch Lago di Resia, ist ein Stausee in der Gemeinde Graun im Vinschgau (Südtirol, Italien). Er befindet sich südlich des Reschenpasses im Vinschgauer Oberland, welches der höchstgelegene Abschnitt des Etschtals ist.

Beschreibung des Reschensees:

  • Zuflüsse: Der Reschensee wird von verschiedenen Quellen gespeist, darunter die Etsch, Rojenbach, Karlinbach und einige kleinere Bäche.
  • Abfluss: Sein Abfluss erfolgt über die Etsch.
  • Geografische Merkmale: Mit einer Länge von sechs Kilometern und einer Breite von etwa einem Kilometer hat der künstliche See ein Stauvolumen von 120 Millionen Kubikmetern. Er dient als Speichervolumen für das Speicherkraftwerk Glurns.
  • Energiegewinnung: Über einen zwölf Kilometer langen Druckstollen wird das Wasser des Sees zu einem Kavernenkraftwerk bei Schluderns geleitet, wo es zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt wird. Die mittlere Jahreserzeugung beträgt etwa 250 Gigawattstunden.
  • Umgebung: Rund um den See liegen neben dem Hauptort Graun die Dörfer Reschen und St. Valentin auf der Haide sowie die Weiler Kaschon und Spin.
  • Wahrzeichen: Der Kirchturm des im See versunkenen Dorfes Graun ist das Wahrzeichen des Reschensees und ein bedeutender Blickpunkt in der Region.

Geschichte des Reschensees:

  • Vor der Seestauung: Ursprünglich gab es drei Seen, die 1373 erstmals als drei Seen auf der Malserhaide erwähnt wurden. Der Name „Reschensee“ wurde erstmals 1770 als Rescher See dokumentiert.
  • Seestauung: Der heutige Reschensee entstand durch die Vereinigung des alten Reschensees und des Mittersees. Die Seestauung führte dazu, dass das gesamte Dorf Graun und ein Teil des Dorfes Reschen in den Fluten des Stausees versanken, was insgesamt 163 Häuser und 523 Hektar fruchtbaren Boden überflutete. Heute ist nur noch der Kirchturm von Alt-Graun aus dem 14. Jahrhundert als Symbol des überfluteten Gebiets sichtbar.
  • Bau des Staudamms: Der Erdschüttdamm des Reschensees wurde zwischen 1947 und 1949 erbaut und hat eine Höhe von 32,5 Metern über der Talsohle.
  • Auswirkungen der Seestauung: Die Seestauung hatte erhebliche Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung, wobei viele Menschen auswanderten und große Teile des Landes und der Gebäude überflutet wurden.

Der Reschensee bietet eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten wie Wandern, Angeln, Segeln, Eissegeln und Snowkiten und ist nicht nur aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, sondern auch aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung ein beliebtes Reiseziel.

Die häufigsten Fragen

Was ist der Reschensee?

Der Reschensee ist ein künstlicher Stausee in Südtirol, Italien. Er liegt in der Gemeinde Graun im Vinschgau und befindet sich südlich des Reschenpasses im Vinschgauer Oberland, dem höchstgelegenen Abschnitt des Etschtals.
Der See wird durch verschiedene Quellen wie die Etsch, Rojenbach, Karlinbach und einige kleinere Bäche gespeist und fließt über die Etsch wieder ab. Mit einer Länge von etwa sechs Kilometern und einer maximalen Breite von etwa einem Kilometer umfasst der See ein Stauvolumen von 120 Millionen Kubikmetern.
Das Wasser des Reschensees wird über einen Druckstollen zu einem Kavernenkraftwerk geleitet, wo es zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt wird. Jährlich werden etwa 250 Gigawattstunden an elektrischer Energie erzeugt. Um den See herum liegen neben dem Hauptort Graun die Dörfer Reschen und St. Valentin auf der Haide sowie die Weiler Kaschon und Spin.

Wo liegt der Reschensee?

Der Reschensee, auch Lago di Resia genannt, befindet sich im Vinschgau, Südtirol, Italien. Er liegt südlich des Reschenpasses im westlichen Südtirol und gehört zum höchstgelegenen Abschnitt des Etschtals, dem Vinschger Oberland.

Woher kommt das Wasser im Reschensee?

Der Reschensee wird hauptsächlich von drei Flüssen gespeist:
– Etsch (Adige): Die Etsch ist der größte Fluss in Südtirol und einer der Hauptzuflüsse des Reschensees. Sie entspringt in den Ötztaler Alpen in Österreich, fließt dann durch das Vinschgau-Tal in Südtirol und mündet schließlich in die Adria.
– Rojenbach: Der Rojenbach ist ein weiterer Fluss, der in den Reschensee mündet. Er entspringt am Tartscher Bichl, einem Berg im Vinschgau, und fließt durch das Rojental.
– Karlinbach: Der Karlinbach ist ein kleinerer Fluss, der ebenfalls in den Reschensee fließt. Er entspringt im österreichischen Teil des Reschenpasses und bildet teilweise die Grenze zwischen Österreich und Italien.
Diese drei Flüsse, insbesondere die Etsch, liefern den Großteil des Wassers, das den Reschensee speist und ihn aufrechterhält. Es ist wichtig zu beachten, dass der Wasserstand des Sees durch den Betrieb des Speicherkraftwerks reguliert wird, um die Stromerzeugung zu optimieren und die Wasserversorgung zu gewährleisten.

Welche Dimensionen hat der Reschensee?

Der Reschensee hat eine Höhenlage von 1498,1 Metern über dem Meeresspiegel (bei Stauziel) und erstreckt sich über eine Fläche von 6,77 Quadratkilometern. Der See ist etwa 6 Kilometer lang und an der breitesten Stelle ungefähr 1 Kilometer breit. Seine maximale Tiefe beträgt 28 Meter. Der Stausee hat ein Speichervolumen von 120 Millionen Kubikmetern und ein Gesamtstauvolumen von 116 Millionen Kubikmetern. Das Einzugsgebiet des Sees umfasst 348 Quadratkilometer.

Wie hoch ist die Reschensee Wassertemperatur?

Das Wasser im Stausee wird nie richtig warm. Selbst in den Sommermonaten beträgt die Reschensee Wassertemperatur im Schnitt 16 Grad. Die geringe Wassertemperatur hat einen Vorteil: Im Winter gefriert der See regelmäßig. Sobald die Eisschicht dick genug ist, darf man Eislaufen und Snowkiten.

Wie tief ist der Reschensee?

Die maximale Tiefe beträgt 28 Meter.

Welche Orte liegen am Ufer des Reschensees?

Am Ufer des Reschensees liegen die Orte Reschen, Graun und St. Valentin auf der Haide. Diese Ortschaften bieten eine schöne Aussicht auf den See und sind beliebte Reiseziele für Touristen, die die Natur und die umliegende Berglandschaft genießen möchten.

Kann man um den Reschensee wandern?

Ja, es gibt einen kompletten Weg rund um den See. Er führt durchwegs am Wasser entlang. Stellenweise verläuft der Weg an der Straße, meist aber fern vom Verkehr.

Welche Funktion hat der Reschensee?

Der Reschensee dient als Oberbecken für das Speicherkraftwerk Glurns. Es handelt sich um ein Pumpspeicherkraftwerk, das die Wasserkraft zur Erzeugung von elektrischer Energie nutzt. Der See speichert das Wasser, das später durch Druckstollen zum Kavernenkraftwerk bei Schluderns geleitet wird, wo es Turbinen antreibt und Strom erzeugt.

Wieviel Strom wird mit dem Wasser vom Reschensee erzeugt?

Das Wasserkraftwerk in Glurns erzeugt mit dem Wasser aus dem Reschensee und Haidersee durchschnittlich 237 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Zum Vergleich: Der Schlegeisspeicher im Zillertal erzeugt jährlich 310 Millionen Kilowattstunden und das Kraftwerk bei den Kaprun Stauseen 300 Millionen Kilowattstunden. Wenn ein durchschnittlicher Haushalt 3500 Kilowattstunden Strom pro verbraucht, können rund 67.000 Haushalte mit dem Strom vom Reschensee versorgt werden.

Welche Besonderheit gibt es am Reschensee?

Die wohl bekannteste Besonderheit des Reschensees ist der im Wasser stehende Kirchturm. Beim Bau des Stausees wurden große Teile des Dorfes Graun und ein Teil des Dorfes Reschen überflutet. Nur der Kirchturm der Pfarrkirche St. Katharina blieb erhalten und ragt nun aus dem See. Der Turm ist zu einem Wahrzeichen der Region geworden und zieht jedes Jahr viele Besucher an.

Weiterführende Links

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